Teilprojekt 3
Nationalpark Schwarzwald
Dr. Susanne Berzborn, Dr. Kerstin Botsch, Daniel Bräunling

Tagebücher

In diesem Teilprojekt geht es um das subjektive Erleben der Bedeutung von Biodiversität im Alltag, das durch Tagebucheinträge festgehalten wird. In Tagebüchern werden üblicherweise private Gedanken und Meinungen unzensiert aufgeschrieben.
Als Forschungsmethode liefern Tagebücher (Reflective Diaries) unmittelbare Erkenntnisse zu individuellen Erfahrungen, Eindrücken, Gefühlen und Reflexionen und können Hinweise auf alltägliche Praktiken geben. Mit den Tagebüchern möchten wir herausfinden, wie sich der subjektive transformative Prozess hin zu mehr biodiversitätsförderndem Handeln gestaltet und welche Bedeutung ein stetiger, schriftlicher Reflexionsprozess für individuelle Handlungsveränderungen hat.

Geleitet werden wir von zwei Annahmen: Zum einen gehen wir davon aus, dass die aktive Auseinandersetzung mit den eigenen Routinen und Gedankengängen Auswirkungen auf das eigene Handeln haben kann. Es handelt sich also um eine transformative Methode, die Teilnehmende verändern kann. Zum anderen erhoffen wir uns durch die Dokumentation der individuellen Gedanken und Routinen Rückschlüsse auf Strukturen, Gesetze, Politiken und soziale Praktiken ziehen zu können. Auch können wir hiermit Einsicht in die Herausforderungen bei der praktischen Bewältigung der alltäglichen Lebensführung erhalten.
Wie funktioniert diese Methode? Teilnehmende führen ein Tagebuch im klassischen Paper & Pencil-Format oder nehmen Eintragungen mit Hilfe einer App vor. Diese App wurde von unserer Forschungsgruppe zusammen mit dem vom Land Hessen geförderte Startup-Unternehmen H.O.P.E. (humans on planet earth) entwickelt. Die offenen Reflexionen zu Biodiversität werden durch Fragen angeregt, weil wir davon ausgehen, dass die eigene Erforschung einer zurückliegenden Erfahrung besonders gut reflektiert werden kann, wenn man dabei angeleitet wird (vgl. „Reflectice Cycle“ nach Graham Gibbs 1988).
Das Tagebuch wird flexibel über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten geführt, Eintragungen sollten mehrmals in der Woche gemacht werden.

Wie bei den anderen Teilprojekten zu Nachdenkgesprächen und Challenges möchten wir mit dieser Intervention des Tagebuchschreibens herausfinden, ob das Niederschreiben der eigenen Gedanken und der individuellen Handlungen in Form eines „reflective diaries“ ein möglicher Hebelpunkt sein kann, der zu einem biodiversitätsfördernden Verhalten beiträgt.

Haben Sie Lust mitzumachen und ein Tagebuch zu führen? Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf!

Theoretische Bezüge: Qualitative Sozialforschung, Biografieforschung, Wissenssoziologie, Alltagssoziologie, Lebensführung

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Dr. Susanne Berzborn, Dr. Kerstin Botsch